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Ca. ¼ der Aortenaneurysmen sind familiär vererblich. Sie unterliegen einem autosomal dominanten Erbgang (d.h. die Hälfte eller Nachkommen sind ebenfalls von der Krankheit betroffen). Als thorakales Aortenaneurysma werden Erweiterung der thorakalen Aorta (Hauptschlagader im Brustraum) oberhalb des Herzens (genauer oberhalb der Aortenklappe) bezeichnet. Erweiterungen mit einem Durchmesser > 35mm werden dabei als Ektasie, Erweiterungen > 45mm als Aneurysma bezeichnet. Je weiter die Hauptschlagader wird umso weniger Widerstand kann Sie dem Blutdruck leisten und desto leichter kann ihre Wand einreißen, man spricht dann von einer Dissektion. Sofern bei der Dissektion die komplette Aortenwand durchtrennt wird verbluten die Patienten innerlich innerhalb weniger Minuten. Bei inkompletter Dissektion werden die Wandschichten getrennt und es entsteht innerhalb der Wandschichten ein neues (wandschwächeres) Gefäß welches sehr schnell weiterreißen kann. Hier werden seitens der Gefäßchirurgen vier Typen unterschieden.

Die Klassifikation der Herzchirurgen (Klassifikation nach DeBakey) unterschiedet aus rein operationstechnischne Gründen 3 Dissektionstypen. Typ I umfasst die aufsteigende und die absteigende Aorta umfaßt, Typ II beschränkt sich auf die aufsteigende Aorta oberhalb der Aortenklappe beschränkt während der Typ III die absteigende Hauptschlagader, die bis hinab zu den Beingefäßen reichen kann, umfaßt. Die Stanford-Klassifikation vereinfacht diese Klassifikation weiter indem sie unter dem Typ A die Klassen 1 und 3 und unter dem Typ B die Klasse 2 nach deBakey umfaßt. Die Klassifikation der Gefäßchirurgen umfasst hingegen vier Klassen orientiert sich im Wesentlichen am Abgang des linken Armarterien-Gefäßstammes (Truncus brachio-cephalicus).

DeBakey I
Häufigkeit: 60 %
Typ Stanford A
Proximal
DeBakey II
Häufigkeit: 10 - 15 %
Typ Stanford A
Proximal

DeBakey III
Häufigkeit: 25 - 30 %
Typ Stanford B
Distal

 DeBakeyI  DeBakeyII  DeBakeyIII

Klassifikationen der Aortendissektion (modifiziert nach Wikipedia 30.11.2018)

Für die Entstehung der familiären thorakalen Aotenaneurymen wird die cystische Mediafibrose verantwortlich gemacht. Diese familiären Aortenaneurysmen können Isoliert oder in Kombination mit an anderen Symptomen auftreten. Bisher sind 4 Gene mit der familiären Form der thorakalen Aortenaneurysmen assoziiert worden: TGFBR1, TGFBR2 ACTA2 (smooth muscle aortic alpha2- actin) und MYH11 (myosin heavy chain). Ca. 15% der Patienten mit familiärem thorakalem Aortenaneurysma sind von der ACTA2 Mutation betroffen, weitere ca. 10% der Patienten weißen Mutationen im TGFBR1 oder TGFBR2-Gen auf. Von der MYH11 Mutation scheinen insbesondere Patienten mit gleichzeitigem Vorliegen eines persistierend offenen Ductus arteriosus Botalli betroffen. Daneben werden heute weitere Gene wie MYLK (das Gen der Myosin Leichtkette), TAAD1 (5q13-14) und FAA1 (11q23-24) assoziiert.
Das aktuelle Positionspapier der DGK (Deutschen Gesellschaft für Kardiologie) gibt daher der genetischen Testung bei Patienten mit familärem oder syndromalem thorakalem Aortenaneurysma eine Klasse IIa Empfehlung. Dies bedeutet: eine genetische Analgentestung (Heterozygotendiagnostik) wird für Patienten mit thorakalem Aortenaneurysma immer dann empfohlen, wenn diese bei möglichen Betroffenen die Etablierung der Diagnose der familiären Belastung zum Ziel hat und damit gleichzeitig auch eine rechtfertigende Indikation für ein früh-operatives Vorgehen zu erhalten oder wenn diese zur Klärung einer Vererbung auf die Kinder (Klärung welches der Kinder ebenfalls betroffen ist) durchgeführt wird.

 

Betroffene Gene:

Das ACTA2 Gen kodiert für das aortale Glattmuskelzell alpha2-Actin.

Das MYH11 Gen kodiert für die Myosin-Schwerkette

Das MYLK Gen kodiert für die myosin light chain kinase. Die Myosin Leichtketten-Kinase ist ein Calcium/Calmodulin abhängige Kinase welche über die Phosphorylierung der Myosin-LightKette die kontraktilen Funktion über die Wechselwirkung mit den Actin-Filamenten bewerkstelligt .

Das PRKG1 Gen kodiert für die Proteinkinase G1. Diese Proteinkinase gehört zu den Kinasen, welche die Signaltransduktion nach Stimmulation mit NO/cGMP vermitteln   

Das MFAP5 Gen kodiert für das Microfibrillar-associated protein 5

Das MAT2A Gen kodiert für das Mating protein vom Typ 2.Das Mating Protein Typ 2 ist ein DNA-bindendes Proteins mit Funktionen als Transkriptionsaktivator und damit für die Kontrolle der Gen-Regulation

Das FOXE3 Gen kodiert für den FOXE3 Transkriptionsfaktor

Das Lox Gen kodiert für die Lysyl-Oxidase. Die Lysyl Oxidase ist ein Kupferabhängiges extrazelluläres Enzym durch das die Umwandlung von Lysinen des Kollagens und/oder des Elastin in Aldehyden katalysiert.

Das GATA5 Gen kodiert für den Transkriptionsfaktor GATA5. GATA5  hat funktionen bei der Differenzierung glatter Muskelzellen.

Das NOTCH1 Gen kodiert für das transmembranäre NOTCH1 Protein das u.a. eine extrazelluläre Domäne aufweist welche Ähnlichkeiten zum epidermalen Wachstumsfaktor EGF = epidermal growth factor) aufweist

Die TGFBR1 und das TGFBR2 Gene kodieren für den Transformin Growth factor Rezeptor beta Typ 1 und Typ 2  Dieser Rezeptor nimmt teil an der outward-inward Signaltransduktion.

 

Verantwortlicher Autor: D. C. Gulba

 

trennstrich

 

Literatur:

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